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Verkauf des Unternehmens in der Krise

Kommt ein Unternehmen in eine existentielle Krise, kann dessen Verkauf eine Lösung darstellen. Der neue Eigentümer verfügt entweder über das nötige Kapital, um eine finanzielle Krise zu beseitigen, oder kann das übernommene Unternehmen in die eigene Organisation integrieren und Synergien nutzen. Es ist auch möglich, dass spezialisierte Private Equity Investoren im Rahmen einer Betriebssanierung lediglich die werthaltigen Betriebsteile übernehmen und weiterführen. In sämtlichen Konstellationen stellt sich die Frage, ob die Verkaufstransaktion vor oder nach Bewilligung einer provisorischen Nachlassstundung oder gar als sog. «Prepack» durchgeführt werden soll. V.a. bei der übertragenden Betriebssanierung besteht die Gefahr, dass der Verkauf bei einem späteren Konkurs des Verkäufers mit dem Argument angefochten wird, der Kaufpreis sei zu niedrig gewesen. Sodann kann es sein, dass ein Käufer ungewollt Verbindlichkeiten des Verkäufers übernehmen muss, insbesondere offene Lohnforderungen und MWST. Die genannten Risiken lassen sich im Rahmen einer prov. Nachlassstundung reduzieren und zum Teil ganz ausschliessen. Die Nachlassstundung kann aber auch dann erforderlich sein, wenn das ganze Unternehmen verkauft werden soll. Der Verwaltungsrat kann damit seine Haftung wegen Konkursverschleppung vermeiden und nach gelungenem Unternehmensverkauf dem Gericht die Aufhebung der Nachlassstundung beantragen (vgl. Art. 296a SchKG). Die provisorische Nachlassstundung kann in sämtlichen Konstellationen bei gegebenen Voraussetzungen auch «still», d.h. ohne Veröffentlichung im SHAB und ohne Mitteilung an das Handelsregister durchgeführt werden. Mittlerweile stehen auch Finanzierunginstrumente bereit, um die Betriebsfortführung während des Verkaufsprozesses zu gewährleisten und so die Werthaltigkeit des Verkaufsgegenstands zu erhalten bzw. zu verbessern.

Erleben Sie Georg J. Wohl am Schulthess Forum Das Unternehmen in der Krise 2022.